Herzlich Willkommen auf den Seiten von unseren Hunde - Oldies
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Chicca´s Lebenslauf (verm. 1991 / 1992 geboren ) - 22.08.2007

Chicca kam im Januar 1993 zu uns. 

Chicca wurde im Müll gefunden und Feunde nahmen sie vorübergehend bei sich auf, doch dort konnte sie nicht auf Dauer bleiben. Das war die Chance meiner Ma, nach rund 6 Monaten ohne Hund, wieder einen Vierbeiner nahe zu bringen.

Als wüsste die kleine, beige Maus wo es hinging, trabte sie fröhlich neben mir her. Meine Ma wohnte damals nur ein paar Häuser entfernt. Klingeln und Hund abgeben war eins. Es war wichtig meiner Ma keine Chance zum protestieren zu lassen und schon gar keine Zeit zum Nachdenken zu geben. Nur so konnte es funktionieren und so funktionierte es dann ja auch!

Chicca betrat die Wohnung meiner Ma als wäre sie schon immer da gewesen. Sie hopste ohne Umweg aufs Sofa und marschierte von da aus ganz zielstrebig über den niedrigen Wohnzimmertisch, direkt durchs Nadelkissen. Der kleine Hund schrie wie am Spieß und meine Ma musste bereits in den ersten 5 Minuten erste Hilfe leisten. Das Eis war damit halbwegs gebrochen. Nach dieser Aktion ringelte sich das beige Gewusel in einer Sofaecke zusammen und schlief. Chicca war innerhalb von 10 Minuten zuhause angekommen. Der kleine Hund hatte das gewisse Etwas und durfte dann doch bleiben, obwohl meine Ma zweimal halbherzig protestierte..

Chicca war laut unserem Tierarzt gesund, munter und offensichtlich noch recht jung. Die kleine, beigefarbene, Hündin freundete sich mit Rocky sehr gut an und wenn sie überhaupt mal mit einem Hund spielte, dann war es Rocky. Seit Rockys tot spielt sie mit keinem anderen Hund. Sie umgeht jeden fremden Hund sehr weiträumig und ist nicht bereit mit einem anderen Hund zu spielen oder durch die Felder zu rennen. Wenn - dann rennt sie alleine und man sieht in den Kornfeldern nur ihre weiße Schwanzspitze über dem Korn leuchten. Ab und zu taucht mal ein lachender Hundekopf im Feld zwischen den Halmen auf, schaut kurz wo wir sind und dann wird weiter gestrolcht. Da wo es raschelt und das Korn wackelt - da ist der kleine Hund. Chicca bellt gern und viel. Weil sie eine sehr schrille, durchdringende Stimme hat, braucht man sie nicht sehen, man weiß immer wo sie gerade ist. Mittlerweile ist Chicca gehörlos, sie ist dadurch auch entsprechend ruhiger geworden. Dennoch, wenn sie los kläfft, dann in einer Lautstärke die umwerfend ist. Scherzhaft wurde sie von uns deshalb schon mal “Ohrenweh” und “Blecheimer” gerufen.

Im laufe der Jahre wurde aus dem schlanken Tier ein Moppelchen, bedingt durch die Kastration nahm sie langsam aber stetig immer weiter zu. Viel Bewegung und Futterreduzierung brachte nichts und wir haben einige Futtersorten durchprobiert, sie nahm einfach nicht ab. Erst seit Chicca komplett salzlos gefüttert wird, nimmt sie kontinuierlich ab. Heute ist sie zwar immer noch ein kleines Schwergewicht, aber sie hat wieder Konturen. Viel laufen mochte die Maus noch nie, dennoch dreht sie - wenn sie bei uns ist - tapfer die große Runde mit uns. Bewegung schadet ihr ja nicht, aber man merkt ihr jetzt im Alter an, dass sie Probleme mit den Gelenken hat. Mit dem befolgen diverser Komandos hatte sie immer Schwierigkeiten, aber weil sie viel zuviel Angst hat irgendwo vergessen zu werden, bleibt sie immer dicht bei uns. Um Müllcontainer macht sie bis heute einen großen Bogen und an ihre Pfoten lässt sie nur meine Ma und wenn es gar nicht anders geht, auch mal mich. Beim Tierarzt spielt sie den sterbenden Schwan oder ist kaum zu bändigen. Wehe, der Tierarzt möchte an ihre Pfoten, dann beginnt der Paniktanz und nichts und niemand kommt dann noch an sie heran. In ihren Augen steht die blanke Panik, der ganze Hund hyperventiliert und flippt völlig aus. Dann ist plötzlich alles wieder da, was jahrelang vergessen schien.

Der kleine Hund fährt nicht gern Auto, was sie uns auch jedesmal lautstark mitteilt. Allerdings ist ab 70 Km/h tatsächlich Ruhe... nur kann man nicht überall und immer 70 Km/h fahren.. sobald man irgendwo anhalten muss, geht das trotzige und wütende Gebell auf dem Beifahrersitz los. Chicca fährt angeschnallt und vorne mit, denn hinten macht sie einem wahnsinnig. Auf der Rückbank schafft sie es immer, sich so zu verwickeln, dass man nie sehr weit kommt und anhalten muss, um das Hundemädchen aus dem Gurt zu entwirren. Ich unterstelle ihr da eine gewisse Absicht, denn vorne auf dem Beifahrersitz passiert ihr das nie.

Alles in allem ist unsere beige Chicca ein braver und völlig unauffälliger Hund, der mit sich selbst zufrieden ist und keinen großen Wert auf Hundegesellschaft legt. Sie kommt mit jedem anderen Hund zurecht, denn ihre Art mit ihnen umzugehen ist denkbar einfach: Hinsehen, wegdrehen und freundlich wedelnd gehen. Sie kämpft nicht mal um ihr Futter, allerdings hat sie inzwischen begriffen, sie muss bei uns entweder leer fressen oder sie hat Pech gehabt. So bequem wie zuhause bei meiner Ma, wo man einfach das Futter bei Unlust unberührt stehen lassen kann, ist das bei uns nicht. Dieser Hund hat schon immer gern gelacht und tut es noch. Wenn ihre dunklen Augen schelmisch aufblitzen, weiß man genau, jetzt kommt gleich wieder irgendein Unsinn. Wenn Chica die Neugier packt, wird die komplette Handtasche von meiner Ma ausgeräumt und durchsucht oder am aufgehängtem Schal herumgezupft, bis er herunter fällt. Dann wird mit der Beute herum gealbert bis es uninteressant wird und sie etwas Neues ausheckt.

Der alte Hund ist jetzt seit ca.einem 1/4 Jahr in einer Phase wo man ihm das Alter deutlich anmerkt. Drinnen und draußen wird schon mal verwechselt und es geht ab und zu ein Bächlein daneben, sie tröpfelt gelegentlich im Schlaf, oder steht etwas verwirrt vor einem Gegenstand und man sieht deutlich wie sie überlegt: “ Was wollte ich doch gleich??”

Alte Hunde werden etwas wunderlich. Was soll’s, solange es ihr körperlich gut geht ist alles o.k. und hoffentlich bleibt sie uns allen noch eine Zeitlang gesund und munter erhalten.

Chicca litt am Ende unter verschiedenen Krankheiten und als sie klar signalisierte, dass sie nun nicht mehr mochte, durfte sie Zuhause am 22.08.2007 für immer einschlafen

 

 

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© Silvia Gittelmann